Die Stempel-Elf entscheidet das Derby gegen den VfB Bottrop mit 4:1 klar für sich. Dadurch ziehen die Rheinbaben am Rivalen vorbei.

Der SV Fortuna hat den VfB Bottrop nicht nur im, sondern auch durch das Derby hinter sich gelassen. Mit dem 4:1 (1:0)-Heimsieg kletterte die Mannschaft von Sebastian Stempel auf den zehnten Tabellenplatz. Entsprechend lautstark und freudig feierte der heimische Anhang das eigene Team.

Ein gravierender Unterschied zum frustrierenden Abschneiden des SVF vor gerade mal einer Woche, als der Trainer seinen Spielern einen Mangel an Grundtugenden attestierte und eine gänzlich andere Einstellung einforderte. Und die Fortunen lieferten. „Die drei Punkte sind wertvoll, wir haben die 20-Punkte-Marke geknackt. Wichtig ist aber vor allen Dingen, dass wir den Leuten, die nach dem Spiel am letzten Sonntag zu Recht so enttäuscht von uns waren, etwas zurückgeben konnten“, erklärte Stempel. „Das haben die Jungs bis auf die letzte Viertelstunde in der ersten Halbzeit, wo wir etwas zurückgeschaltet haben, gut gemacht.“

Fortuna dominiert zu Beginn

Schon nach acht Minuten setzten die Fortunen mit dem 1:0 das erste Zeichen. Alle erwarteten von Gino Pöschl eine Flanke auf den gut positionierten Tim Strickerschmidt, doch der Ball fand seinen Weg direkt in das gegnerische Tor. Dabei machte die VfB-Defensive rund um Keeper Kevin Kriegel keine allzu gute Figur. Und die Gastgeber gaben auch nach der Führung klar den Ton an, allein an der letzten Konsequenz im Abschluss mangelte es ihnen.

Erst in der Schlussphase des ersten Durchgangs konnte der VfB Offensivakzente setzen. Zwei Mal tauchten die Gäste nach guten Diagonalbällen im Strafraum der Fortuna auf, doch die Defensive der Gastgeber klärte die Szenen. Die größte Möglichkeit hatte Besnik Muqa, als die Fortunen nach vermeintlicher Abseitsposition nicht konsequent nach hinten arbeiteten. Doch statt auf den freistehenden Merih Copur abzuspielen, versuchte Muqa selbst sein Glück und legte den Ball am Tor vorbei.

Was immer Frank Griesdorn, der den an diesem Tag verhinderten Mevlüt Ata an der Linie vertrat, den VfB-Akteuren in der Pause gesagt hatte, es fruchtete nicht. Noch keine drei Minuten waren gespielt, als Fortunas Ibrahim Akkaya das 2:0 erzielte. In der 55. Minute dann der nächste Rückschlag für den VfB: Ünsal Oruc überschritt nach Ansicht von Schiedsrichter Oliver Klostermann im Zweikampf mit Jan Kania die sportlichen Grenzen und sah die Rote Karte.

Gastgeber kontern den VfB aus

Entschieden wurde das Spiel allerdings erst in der 73. Minute, als sich die Ereignisse überschlugen: Erneut schnappte die Abseitsfalle der Fortuna nicht zu. Keeper Danny Große-Beck war schon geschlagen, doch Copur brachte den Ball nicht an Norman Hassenrück vorbei. Im direkten Gegenzug markierte Dominik Wenderdel das 3:0. So kamen die Fortunen zu einem souveränen Heimsieg, wenngleich Copur noch auf 1:3 verkürzte (78.), Gino Pöschl mit dem Schlusspfiff aber den alten Abstand per Schlenzer wiederherstellte (93.).

Griesdorn machte keinen Hehl daraus, dass er von der Leistung des VfB enttäuscht war. „Die Fortuna ist verdienter Derbysieger, auch wenn wir an ein, zwei Punkten die Möglichkeit hatten, besser in das Spiel einzusteigen. Aber es fehlte an Laufbereitschaft und Körpersprache, die man im Derby, ja in jedem Spiel zeigen muss.“

Bericht: Birgitt Schuknecht/WAZ Bottrop