Die Rot-Weißen zeigen gegen den Tabellendritten ein starkes Spiel, lassen ihre Chancen sträflich liegen. Pöschl trifft kurz vor dem Ende zum 1:1.

Die Spieler des SV Fortuna hielten sich nach dem Abpfiff noch minutenlang auf der Sportanlage auf. Sie diskutierten das 1:1 gegen Viktoria Buchholz intensiv. Freude und Begeisterung standen allerdings nicht auf ihren Gesichtern geschrieben.

Und das trotz eines durchaus erfreulichen Endes. Schließlich war es ihnen fünf Minuten vor Schluss gelungen, dem Tabellendritten den Auswärtssieg zu entreißen und sich ein hochverdientes Remis zu sichern. Vielmehr haderten sie mit dem „da wäre mehr drin gewesen“.

Nicht zu Unrecht, denn in der ersten Halbzeit hatten die Bottroper mehrere hervorragende Chancen. Es zeugte aber auch von den gestiegenen Ansprüchen, dass die Fortunen das Gefühl hatten, wie schon in der Vorwoche gegen den Zweiten der Liga, Punkte liegen gelassen zu haben. Auch bei Trainer Sebastian Stempel schlugen zwei Herzen in der Brust. „Wir belohnen uns einfach nicht. Auf der anderen Seite zeigen wir, dass wir mit diesen Teams mithalten können. Deshalb bin ich gar nicht unzufrieden.“

Leerlauf in den ersten 20 Minuten

In der ersten Phase des Spiels gab es kaum aufsehenerregende Szenen. Nach gut 20 Minuten setzte Buchholz einen Schuss auf das Fortunentor ab, doch Danny Große-Beck reagierte gewohnt aufmerksam. Zwei Minuten später starteten die Hausherren einen Angriff über die linke Seite, doch bei Ibrahim Akkayas Vorlage auf Marcel Siwek fehlte die Feinabstimmung.

Dann leistete sich Timo Mohr im Buchholzer Tor einen Schnitzer, der Ball landete bei Siwek. Der wollte zu Nico Große-Beck passen, doch Mohr ging dazwischen und machte seinen Aussetzer wieder gut (25.). Viktorias Keeper blieb beschäftigt: In der 30. Minute knallte ein Distanzschuss an die Latte, dann beförderte Mohr den Ball aus der Gefahrenzone. Auch die dritte Hundertprozentige der Fortuna führte nicht zum Erfolg (30.). Nico Große-Beck hatte nur noch Mohr vor sich, doch sein Lupfer ging knapp drüber.

Statt komfortabel zu führen, gingen die Fortunen mit einem 0:0 in die Kabine – und womöglich mit dem Gedanken: „Ob sich das nicht rächt!“ In Halbzeit zwei war Buchholz entschlossen, aus dem glücklichen Spielverlauf das Beste zu machen. Schon nach vier Minuten musste sich Danny Große-Beck gewaltig strecken, um ein Gegentor zu vermeiden.

Viktoria Buchholz trifft per Elfmeter

Die Fortunen ließen sich zunehmend zurückdrängen und gingen in Zweikämpfe nahe des eigenen 16-Meter-Raums. Die Viktoria bekam einige Freistöße zugesprochen – und schließlich einen Elfmeter (62.). Steven Tonski verwandelte sicher.

Buchholz verlegte sich jetzt darauf, den Fortunen den Spielaufbau so schwierig wie möglich zu machen. Danny Große-Beck verhinderte mehrfach den vorzeitigen K.O. und die Gastgeber konnten sich erneut Feldvorteile und Torchancen. Beim letzten einer ganzen Reihe von Freistößen hatte Gino Pöschl das nötige Quäntchen Glück. Sein Schuss wurde unhaltbar für Mohr ins Tor abgefälscht (85.).

Birgitt Schuknecht, WAZ Bottrop