Ein traumhafter Freistoß von Tim Strickerschmidt und ein mustergültiger Konter ebnen den Weg zum 2:1-Erfolg.

Ein hartes Stück Arbeit war für den neunten Saisonsieg notwendig: Der SV Fortuna Bottrop überzeugte am Sonntag mit einer kämpferischen Leistung, setzte sich mit 2:1 (1:0) beim SC 20 Oberhausen durch und festigte damit seinen Platz in der oberen Tabellenhälfte.

Dass den SV Fortuna an der Osterfelder Knappenstraße kein Spaziergang erwarten würde, hatten die Bottroper schon im Vorfeld erwartet. Die Nachwehen des turbulenten Hinspiels veranlassten die Fortunen dazu, ein Schiedsrichter-Gespann anzufordern.

Stempel muss nach 30 Minuten hinter die Bande

Um es vorweg zu nehmen: es ging erneut emotional und temporeich zur Sache. Und die Unparteiischen waren ihr Geld wert, auch, wenn das Sebastian Stempel ein wenig anders sah. Fortunas Trainer hatte seinen Platz an der Seitenlinie bereits nach 30 Minuten räumen müssen. Schiedsrichter Ibrahim El Miri verbannte den Coach nach lautstarken Protesten hinter die Bande.

Dabei hatte Stempel eigentlich keinen Grund, sich aufzuregen. Denn seine Mannschaft lieferte auf die kleinen Oberhausener Nickeligkeiten genau die passenden Antworten und legte neben einer unmissverständlichen Körpersprache große Laufbereitschaft an den Tag.
Strickerschmidt zirkelt Freistoß in den Winkel

So gehörte den Oberhausenern zwar in der zehnten Minute die erste Torgelegenheit, doch tonangebend waren von Beginn an die Fortunen. Die erste Bottroper Chance hatte Nico Große-Beck auf dem Fuß, doch er scheiterte mit seinem Schuss an den Reflexen von Dennis van Hüth (18.). Oberhausens Schlussmann war auch zur Stelle, als ein Freistoß von Tim Strickerschmidt auf ihn zugeflogen kam (25.).

Fünf Minuten später hatte er dann keine Abwehrchance. Erneut hatte sich Strickerschmidt den Ball zurecht gelegt, diesmal schlug das Spielgerät unhaltbar im rechten Torwinkel ein.

Bottrops Führung wackelte zu Beginn der zweiten Halbzeit. Der SC 20 intensivierte seine Offensivbemühungen. Die dickste Möglichkeit zum 1:1 vergab David Möllmann, der das Tor mit einem strammen Schuss knapp verfehlte (54.). Die Fortunen waren jetzt auf defensive Absicherung bedacht und machten ihre Sache durchaus geschickt.

In der 60. Minute suchte Oberhausens Kapitän Dennis Pawellek tief in der Bottroper Spielhälfte eine Anspielstation. Zehn Sekunden vergingen. Und als Schiedsrichter El Miri zum Weiterspielen aufforderte, warf Pawellek den Einwurf direkt vor die Füße der Bottroper und zehn Sekunden später zappelte der Ball im Oberhausener Tornetz. Emre Kilic hatte den Befreiungsschlag aufgenommen und sich im Zweikampf mit Elvis Grohmann durchgesetzt. Marcel Siwek sprintete dazwischen und schob zum 2:0 ein.

Bottrops Vorsprung geriet in der Schlussphase nicht mehr in Gefahr. Auch, weil die Fortunen das hohe Tempo weiter mitgingen. Spannend wurde es trotzdem noch einmal. Zumindest für einige Sekunden. Denn zum Ende der fünfminütigen Nachspielzeit setzte sich Oberhausens Ümit Ertural auf der linken Außenseite durch und schob aus spitzem Winkel zum 1:2-Endstand ab. Zu weiteren Chancen kamen die Oberhausener aber nicht mehr.

Bericht: Felix Hoffmann/WAZ Bottrop