Die Frauen sehen im Finale gegen den SV Rhenania Bottrop lange wie der Verlierer aus. Doch dann schlagen Erfahrung und Nervenstärke zu.

Wenn die Fußballerinnen des SV Fortuna Bottrop im Sommer an ihrem Pool einer Finca an der Costa Blanca liegen, werden sie das als Pokalsieger tun. Die Rot-Weißen schnappten sich am Samstag den Sieg beim Autoklinik-Cup, den sie in der Sporthalle an der Loewenfeldstraße in Kirchhellen ausgetragen hatten. Im Finale setzten sich die Rot-Weißen nach Neunmeterschießen gegen den SV Rhenania Bottrop durch (3:1, 1:1).

„Dafür haben wir uns auch alle richtig ins Zeug gelegt“, so Baschista. Bereits um 8 Uhr hatte sich das komplette Team in der Sporthalle getroffen, um das Turnier vorzubereiten. Die Plätze an der Kuchentheke, am Einlass, der Tombola und der Turnierleitung mussten besetzt werden.

„Alle haben angepackt, als wir gegen 19 Uhr die Halle verlassen haben, waren wir erschöpft aber glücklich.“ Zum Feiern waren die Fortunen zu müde. „Wir werden das am Montag nachholen“, erklärte Baschista mit Blick auf das karnevalistische Mannschaftstreffen in der Bottroper City.

Rhenania Bottrop dominiert in der Vorrunde

Sportlich hatte das Turnier um den Autoklinik-Cup viele interessante Begegnungen zu bieten. Insgesamt traten zehn Mannschaften an, die zunächst in zwei Gruppen um die Teilnahme am Halbfinale stritten. In der Gruppe A dominierte das Team des Hallenstadtmeisters Rhenania Bottrop. Die Mannschaft von Trainer Marc Wittstamm setzte sich in allen Gruppenspielen durch. Mit 3:2 besiegt wurde auch der spätere Turniersieger Fortuna, der als Gruppenzweiter das zweite Halbfinal-Ticket zog.

Guten Fußball zeigte auch die Gruppe 2, in der vor allem die Sportfreunde Königshardt ihre Ambitionen unterstrichen. Die Oberhausenerinnen gewannen ihre vier Spiele deutlich, kassierten nur einen einzigen Gegentreffer und holten sich damit den Gruppensieg vor der zweiten Mannschaft des SV Rhenania Bottrop. Auf der Strecke blieb dagegen Hallen-Kreismeister Blau-Weiß Fuhlenbrock. Der einzige Landesligist im Teilnehmerfeld belegte nach nur einem Sieg aus vier Spielen den vierten Platz.

Gülser Bugday lässt den SV Fortuna Bottrop jubeln

Im Halbfinale lieferten sich die beiden Teams des SV Rhenania Bottrop eine kuriose Partie. In der regulären Spielzeit gelang keinem Team ein Treffer, das Neunmeterschießen musste um den Einzug ins Finale entscheiden. Aber auch aus dieser Position waren beide Teams nicht zielsicherer. Nach zahlreichen Fehlversuchen auf beiden Seiten siegte am Ende die Erstvertretung mit 2:0.

Deutlich mehr geboten bekamen die Zuschauer im zweiten Halbfinale. Emre Kilic, Co-Trainer des SV Fortuna Bottrop, hatte schon vor dem Duell festgestellt: „Die Königshardterinnen sind hier bislang das beste Team, das wird nicht einfach.“ Doch die Fortunen machten ihrem Namen mit Geschick und Einsatz Ehre und schenkten den bis dahin so defensivstarken Oberhausenerinnen drei Treffer ein (3:1).

Das Finale war auch vom Unterhaltungsfaktor der Höhepunkt des Tages: Der SV Rhenania bestimmte die Anfangsphase und erzielte durch Gözde Senyüz die Führung. Die Ausgleichsversuche der Fortunen blieben lange erfolglos. Erst 53 Sekunden vor dem Ende traf Gülser Bugday im Anschluss an eine Ecke mit einem wuchtigen Schuss unter die Latte. Im anschließenden Neunmeterschießen krönten die Fortunen ihre Tagesleistung mit einem 3:1-Erfolg.

Das Spiel um Platz drei hatte Rhenanias Reserve mit 3:1 gegen die Sportfreunde Königshardt für sich entschieden.

Bericht: Felix Hoffmann/WAZ Bottrop