Bottroper spüren in Osterfeld die Nachwehen eines Mannschaftsabends. Bittere 3:4-Pleite beim SV Adler Osterfeld.

Mit dem Ergebnis konnte der SV Fortuna Bottrop noch zufrieden sein, denn ein 3:4 beim SV Adler Osterfeld hört sich erst einmal danach an, als hätten die Rheinbaben tatsächlich eine Chance gehabt. Dem war aber nicht so: Die Rot-Weißen lieferten eine indiskutable Vorstellung ab. „Ich sage jetzt besser nichts, das würde mir morgen nur Leid tun“, kommentierte Trainer Sebastian Stempel die 90 Minuten im Osterfelder Waldstadion.

Das Bezirksliga-Team des SV Fortuna Bottrop erbrachte am Sonntag einen völlig unnötigen Beweis: Dass ein feucht-fröhlicher Mannschaftsabend am Vortag nicht leistungsfördernd ist, wissen Fußballer nämlich schon seit Generationen. Der Versuch von Sebastian Stempel, den Vorabend durch Änderungen in der Startelf zu kompensieren, ging gründlich in die Hose. Denn schon nach 14 Minuten hatten sich die Bottroper zwei Gegentore gefangen.

Ralf Thiel schießt Adler Osterfeld in Führung

Groß anstrengen mussten sich die Osterfelder dafür nicht. In der 10. Minute reichte ein langer Pass, um die komplette Bottroper Defensive alt aussehen zu lassen. Ralf Thiel ließ bei seinem Torschuss Fortuna-Keeper Danny Große-Beck keine Abwehrchance.

Noch peinlicher war der zweite Gegentreffer in der 14. Minute: Diesmal glänzte Thiel als Vorbereiter. Seine Flanke deckte die Lücken in der rot-weißen Defensive auf, Tobias Hauner hatte keine Schwierigkeiten, seinen 28. Saisontreffer zu markieren. Nach 26 Minuten klingelte es bereits zum dritten Mal im Bottroper Kasten. Osterfelds Erdem Saglam setzte Ralf Thiel mit einem gefühlvollen Außenristpass in Szene und der hatte keine Mühe, den Ball über die Linie zu bugsieren.

Marcel Siwek trifft aus 35 Metern zum Anschluss

Aus Sicht der Fortuna drohte sich ein Debakel abzuzeichnen. Bereits in der 21. Minute musste Stempel den verletzten Ibrahim Akkaya auswechseln, für ihn kam Emre Kilic in die Partie. Nach dem 3:0 nahm Stempel auch David Molitor vom Feld. Mit Norman Hassenrück stand Bottrops Defensive nun deutlich sicherer.

In der 35. Minute leisteten sich dann auch die Oberhausener einen dicken Schnitzer. Keeper Kevin Strauch war aus seinem Kasten geeilt, und klärte per Kopf. Allerdings direkt vor die Füße von Marcel Siwek, der aus 35 Metern Maß nahm und den Ball im leeren Tor unterbrachte.

Große Hoffnung keimte bei den Bottropern aber zunächst nicht auf. Auch, weil Osterfelds Tobias Hauner in der 72. Minute per Strafstoß auf 4:1 erhöhte. Danny Große-Beck hatte Adlers Joel Goldberg zuvor im Strafraum zu Fall gebracht.

Als sich die Fortunen mit der Niederlage abgefunden zu haben schienen, wurde es dann doch noch einmal für wenige Sekunden spannend. Gino Pöschl verkürzte in der 88. Minute mit einem abgefälschten Schuss auf 2:4, Emre Kilic verwandelte in der Nachspielzeit einen Handelfmeter zum 3:4. Wenige Sekunden später pfiff der Schiedsrichter die Partie ab.

Bericht: Felix Hoffmann/WAZ Bottrop