Bittere Niederlage bei Spitzenreiter BW Dingden. Trainer Sebastian Stempel moniert schwaches Abwehrverhalten in der zweiten Halbzeit.

„Man mag es nicht glauben, wenn man das Ergebnis sieht, aber der Spielverlauf war nicht so, dass am Ende ein 0:6 dabei herausspringen muss“, sagte Sebastian Stempel nach der deutlichen Niederlage des SV Fortuna beim Spitzenreiter Blau-Weiß Dingden.

„In der ersten Halbzeit waren wir gleichwertig. Heute lief aber einiges gegen uns.“ So ganz konnte der Bottroper Coach seiner Mannschaft Kritik nicht ersparen. „Spätestens nach dem 0:3 oder 0:4 müssen wir den Laden hinten dicht machen, damit es eben keine Klatsche gibt.“

Eine Standardsituation war der Ausgangspunkt für den ersten Gegentreffer (24.). Lennart Leipski vermochte einen Freistoß aus dem Halbfeld nicht zu klären, die Ball landete bei Dominik Wenderdel, der das Leder in das eigene Tor abfälschte. Nur drei Minuten später folgte der nächste Rückschlag: Schiedsrichter Ramon Leon Falke übersah eine Abseitsposition von Mohamed Salman und erkannte dessen Abschluss als Treffer an – ungeachtet der Bottroper Proteste.

Zweifelhafter Elfmeter bringt die Vorentscheidung

Auch in der zweiten Halbzeit kassierten die Fortunen einen Doppelschlag. Nach 61 Minuten entschied Falke auf Foulspiel im 16-Meter-Raum der Gäste und Michael Leyking markierte das vorentscheidende 3:0 für seine Farben. „Leider haben wir die Situation nicht vorher bereinigt, aber der Elfmeter war mehr als zweifelhaft. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir das Gefühl, dass der Schiedsrichter, bei dem wir uns in der ersten Halbzeit wegen seiner Entscheidungen mehrmals beschwert hatten, nicht gerade für uns pfeift. Aber wir müssen die Fehler erst einmal bei uns suchen.“

Beispielsweise in der Situation vor dem 0:4. Die Fortunen verloren den Ball im Vorwärtsgang, und Dingdens Timo Ameling überwand den weit aus dem Tor herausgerückten Danny Große-Beck aus 40 Metern. Danach war die Luft raus. Julian Weirather erhöhte in der 77. Minute auf 5:0, und Robin Volmering nutzte die Schlussminute zu einem Sonntagstreffer. „Man hat gemerkt, wie wichtig Dingden das Torverhältnis ist, die haben bis zum Schluss Gas gegeben. Dagegen hätten wir mehr tun müssen“, so Stempel. Für die Fortuna gilt es, die Niederlage schnell aus den Köpfen zu kriegen; am Donnerstag steht auf Rheinbaben das Heimspiel gegen Verfolger Homberg II an.

Bericht: Felix Hoffmann/WAZ Bottrop