Der SV Fortuna hat seinen Zuschauern auf Rheinbaben einen völlig verrückten Fußballabend beschert.
Dann schlug die Fortuna eiskalt zu. In der 21. Minute brachte Luca Fischer eine Flanke gefährlich in die Mitte, wo Lennart Jablonski goldrichtig stand und den Ball mit dem Fuß zum 1:0 über die Linie drückte. Die Führung gab Sicherheit. Vor allem defensiv präsentierte sich die Heimelf verbessert, auch weil Torwart Philipp Pusch einen starken Abend erwischte. Mehrfach hielt der Schlussmann stark und bewahrte seine Mannschaft vor dem Ausgleich. In der 30. Minute erhöhte Fortuna sogar auf 2:0. Niklas Wenderdel zog aus der Distanz mit rechts ab und überraschte den Gäste-Keeper mit einem sehenswerten Schuss. Doch wie so oft in dieser Saison schalteten die Rot-Weißen anschließend in den Verwaltungsmodus. Die Konsequenz folgte unmittelbar vor der Pause. Nach einer Ecke kam Heisingen per Kopf zum 2:1-Anschluss und brachte sich damit zurück ins Spiel.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der Gast gefährlich. Vor allem die emotionale Gäste-Bank machte mächtig Alarm und kassierte gleich zweimal Gelb wegen lautstarker Proteste. Auf dem Platz spielte der Heisinger SV weiter mutig nach vorne, teilweise aber auch zu robust. In der 53. Minute sah ein Gästespieler schließlich Gelb-Rot. Doch selbst in Unterzahl blieb Heisingen das gefährlichere Team. Mit deutlich mehr Tempo überliefen die Essener die Fortuna-Abwehr mehrfach. Die Folge war ein verdienter Doppelschlag in der 70. und 73. Minute zur 3:2-Führung für die Gäste.
Rheinbaben war geschockt. Doch dann folgte der große Auftritt von Niklas Wenderdel. In der 76. Minute packte er die linke Klebe aus und jagte den Ball unhaltbar in den rechten Winkel. Ein absolutes Traumtor und ohne Frage das schönste Tor des Tages: 3:3. Aber die Partie war noch lange nicht vorbei. In der 84. Minute verlor Fortuna nach einem eigentlich klaren Foulspiel im Mittelfeld den Ball in der Vorwärtsbewegung. Der Pfiff blieb aus, Heisingen konterte stark und erzielte das 4:3. Der Auswärtssieg schien perfekt.
Doch aktuell gilt auf Rheinbaben offenbar: Vor dem Abpfiff sollte niemand nach Hause gehen. Der Schiedsrichter zeigte vier Minuten Nachspielzeit an und Fortuna warf jetzt alles nach vorne. Die Gäste wurden tief hinten reingedrückt. Nach einer Ecke entstand in der 90.+2 Minute ein wildes Gewühl im Strafraum, in dem Lennart Jablonski am schnellsten reagierte und den Ball irgendwie zum 4:4 über die Linie stocherte. Und es kam noch unglaublicher. 90.+4 Minute. Letzter Angriff der Fortuna über die rechte Seite. Die Flanke flog in den Strafraum und erneut stand „Leni“ Jablonski goldrichtig. Der Stürmer traf tatsächlich noch zum umjubelten 5:4-Siegtreffer und machte seinen Dreierpack perfekt.
Ein mehr als glücklicher Sieg für die Fortuna. Vier Minuten früher abgepfiffen und der Fokus hätte wieder komplett auf der schwachen Defensive gelegen. So aber rettete die brutale Offensivkraft den Abend. Das arme Trainerteam dürfte nach diesem Spektakel trotzdem mit gemischten Gefühlen zurückbleiben. Moral, Wille und Offensive stimmten. Defensiv aber offenbarte die Mannschaft erneut große Probleme gegen Tempo und Umschaltmomente.
Und die nächste Aufgabe wird nicht leichter: Es wartet die Reserve von Rot-Weiss Essen mit den Ex-Profis Marcel Platzek und Kevin Grund. Da dürfte deutlich mehr Stabilität gefragt sein.
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