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Die Mutter aller Bottroper Derbys!

Fortuna - Rhenania

Rhenania empfängt unsere Fortuna: Mythos, Rivalität und nackte Emotionen.

Wenn am Samstagabend der Schiedsrichter im Blankenfeld zur Pfeife greift und der Ball endlich rollt, geht es um weit mehr als nur drei Punkte. Bottrop fiebert einem Duell entgegen, das seit jeher für Emotionen, Rivalität und jede Menge Gesprächsstoff in der ganzen Stadt sorgt. Wenn der SV Rhenania auf unseren SV Fortuna trifft, dann ist das nicht einfach nur ein Spieltag in der Bezirksliga. Es ist die Mutter aller Bottroper Derbys!

Ein Duell mit Ansage: Schon als vor der Saison der neue Spielplan veröffentlicht wurde, blickte die Bottroper Fußballwelt gebannt auf diesen einen Termin Ende Oktober. Die Lokalpresse machte sofort klar, was uns erwartet, und titelte treffend: "Brisantes Derby: Rhenania und Fortuna Bottrop spielen im Oktober". Jeder in der Stadt wusste: Wenn der 11. Spieltag ansteht, brennt im Blankenfeld die Luft.

Zwei Welten, eine Leidenschaft. Rheinbaben gegen Blankenfeld: Geografisch trennen die beiden Traditionsvereine nur wenige Kilometer Luftlinie, fußballerisch verbindet sie eine jahrzehntelange Geschichte voller packender Duelle. Auf der einen Seite die Rhenania, beheimatet im Blankenfeld. Auf der anderen Seite unsere Fortuna, tief verwurzelt auf dem alten Zechengelände Rheinbaben. Ein Aufeinandertreffen dieser beiden Klubs ist niemals ein gewöhnliches Auswärts- oder Heimspiel. Es ist das Treffen von Schulkameraden, Arbeitskollegen und Nachbarn. 90 Minuten lang ruht jede Freundschaft.

Transfer-Wirbel und Grenzen des Respekts

Wie tief diese Rivalität mittlerweile sitzt, zeigt sich längst nicht mehr nur auf dem Platz. Wenn es um die fußballerische Vormachtstellung zwischen den Clubs geht, wird auch hinter den Kulissen mit harten Bandagen gekämpft. Für reichlich Zündstoff sorgte in der jüngeren Vergangenheit vor allem der viel diskutierte „Sechser-Wechsel“ vom Blankenfeld an die Rheinbabenstraße. Ein personeller Paukenschlag, der die Gerüchteküche zum Kochen brachte. Mit Abstand betrachtet, ein völlig durchdachter und nachhaltiger Schritt unserer Fortuna. Dass ein solcher Aderlass schmerzt und Emotionen freisetzt, liegt in der Natur des Fußballs. Doch was sich im Nachgang rund um diese Transfers, insbesondere in den Medien abspielte, schoss weit über das Ziel hinaus.

Hitzige Frotzeleien, verbale Spitzen an der Bande und gesunde Rivalität gehören zum Derby wie die Stadionwurst. Wenn der Diskurs im Netz jedoch ins Persönliche abdriftet und Grenzen überschritten werden, war das schlichtweg „too much“. Wo sportlicher Wettstreit aufhört und unnötige Schärfe beginnt, darüber darf sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Für uns als Fortuna steht jedenfalls fest: Wir lassen uns auf solche Schauplätze nicht ein.

Vom Abstiegs-Zittern an die Tabellenspitze

Für unsere Fortuna markiert dieses Derby auch sportlich einen gewaltigen Meilenstein und zeigt eindrucksvoll, wie schnelllebig der Fußball sein kann. Blicken wir zurück auf die damalige Aufstiegssaison des SV Rhenania: Während die Blankenfelder ihren Durchmarsch in die Landesliga feierten, befand sich unsere Fortuna mitten im nervenaufreibenden Überlebenskampf. Des einen Freud, des anderen Leid und das bei zwei Vereinen, die so nah beieinander liegen. Erst über den dramatischen Umweg der Entscheidungsspiele zur Relegation konnte damals der umjubelte Klassenverbleib gesichert werden.

Auch in den direkten Duellen dieser Spielzeit lagen Licht und Schatten nah beieinander: An der heimischen Rheinbabenstraße erkämpften sich unsere Jungs in der Hinrunde mit unbändigem Willen ein emotionales 2:2-Remis gegen den späteren Meister, ehe man im Rückspiel im Blankenfeld eine deutliche, schmerzhafte Niederlage einstecken musste.

Wer damals das Zittern um den Ligaverbleib miterlebt hat, weiß, durch welches Tal dieser Verein gegangen ist. Dass wir heute, nach Rhenanias Rückkehr in die Bezirksliga, mit Sterkrade-Nord von ganz oben thronen und mit breiter Brust ins Blankenfeld reisen, ist das Ergebnis harter, ehrlicher Arbeit, ungebrochener Leidenschaft und einer überragenden Entwicklung an der Rheinbabenstraße.

Vor diesem Spiel wird viel geredet, analysiert und auf die Tabelle geschaut. Doch im Derby gelten bekanntlich eigene Gesetze. Tabellenplätze und Formkurven rücken völlig in den Hintergrund, sobald der Ball rollt.

Dass Derbys auch nicht nur auf dem Rasen entschieden werden, hat die Vergangenheit eindrucksvoll bewiesen: Das größte Gut unseres Vereins war und ist der bedingungslose Rückhalt unserer Anhänger. Ob mit wehenden Vereinsfahnen, lautstarkem Jubel an der Bande oder beim gemeinsamen Feiern nach Schlusspfiff. Unsere Fans sind der unverzichtbare zwölfte Mann, der in den entscheidenden Momenten die nötigen Extrakräfte freisetzt. 

Auch an diesem Samstag wartet im Auswärtsderby ein intensives Duell, bei dem wir wieder voll auf eure Unterstützung zählen: Lasst uns das Auswärtsspiel lautstark zu einem Heimspiel machen und die Punkte gemeinsam nach Hause holen! Wir treten an, um unsere rot-weißen Farben mit voller Hingabe zu vertreten. Die Mutter aller Bottroper Derbys kann kommen und Fortuna ist bereit!

Wie sieht die personelle Lage vor dem Kracher im Blankenfeld aus? Wo liegen die taktischen Knackpunkte und was plant das Trainerteam gegen den wiedererstarkten Nachbarn? Das lest ihr im Vorbericht am Freitag.

 

PH

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